Ah, ein weiteres Kapitel aus Deutschlands Lieblings-Märchenbuch: „Die Abenteuer der Celebrity-Immobilien“. Hier kämpft unser Bildschirmschurke Joko Winterscheidt nicht nur gegen die bösen Drachen der Großbaustellen, sondern auch gegen die schmierigen Anwälte und die mystischen Kräfte des Münchner Immobilienmarkts, der nur bei Vollmond zugänglich ist. Ich meine, es ist geradezu filmreif! Hollywood, wenn ihr zuhört, das hier könnte euer nächstes Projekt sein: „Der Kampf um die Abdichtung“.
Kommen wir zu den eigentlichen Helden dieser Geschichte: den Gutachtern. Diese weisen und oft unterschätzten Könige der Klemmbretter, die in ihrer Freizeit wahrscheinlich Passivhäuser in der sibirischen Tundra entwerfen und Sudoku im Kopf lösen. Schön zu wissen, dass ihr Ruf als nüchterne Zahlenjongleure nun den Glanz der glamourösen Welt des Showbiz erreicht hat. Denn nichts sagt „Ich bin ein Star“ mehr als der Satz: „Die Abdichtung der Fassadenrinne ist mangelhaft.“
Doch lassen wir uns nicht täuschen, meine Damen und Herren; der wahre Kampf hier ist ein anderer. Es ist der uralte Konflikt zwischen vermeintlichem Luxus und der harten Realität. Der Mythos, dass ein Haus eine Burg sein sollte – unüberwindbar, uneinnehmbar, und ganz nebenbei ohne Wasserschaden – bröckelt. Vielleicht sollten wir uns diese Idee für die nächste Talkshow notieren: „Wie dicht ist Ihr Haus?“ Gäste: ein Klempner, ein Architekt und ein verzweifelter Schauspieler.
Der Prunk und Protz in unseren Köpfen sind wie die nie endenden Streams einer Reality-Show: endlos, befriedigend und, ach ja, komplett irreal. Denn die eigentliche Show läuft nicht auf Pro7, sondern direkt in unseren Köpfen. Unsere tägliche Dosis an Drama lässt kein Blatt trocken, ja, nicht einmal, wenn wir nicht auf dem Bildschirm sind. Vielleicht sollten wir darüber nachdenken, einen „Bau-Mangel“ als das neue Statussymbol zu feiern – eine Art urbanes Folklore-Abzeichen für all jene, die es sich leisten können, an einer solchen Zeremonie teilzunehmen.
Und was ist mit den verbleibenden Prozessen in unserer heldenhaften Baugeschichte? Natürlich geht es weiter, denn was wäre ein kämpfender Star ohne seine epischen Fortsetzungen? Die nächste Episode scheint nicht nur einen Streitwert zu besitzen, sondern auch die schillernde Aussicht auf Interieurs voller Patina und geplatzten Erwartungen.
Die Frage, die bleibt, ist jedoch: Was wird aus dem Schwimmbad im Untergeschoss, wenn die Wasserdichtigkeit nicht hält? Wird es zu einem imposanten Indoor-Pool oder zum bewaffneten Hochwasser, bereit, sich seinen Weg durch den Luxustempel zu bahnen? Und wenn Joko Winterscheidt eines künftigen Morgens um zwei Uhr in seiner Küche auf eine Pfütze tritt, ist das dann das Filmmaterial, auf das wir alle warten? „Was zur Hölle isch dis?!“ höre ich als potenziellen Filmzitat.
Am Ende, liebe Freunde, bleibt uns die schlichte Erkenntnis über: Wenn du nicht bereit bist, gegen die windigen Brisen des Immobilienmarkts zu bestehen, solltest du vielleicht einfach in der Fernsehlandschaft bleiben. Denn abgesehen von allem fußkalten Bodenbelag zeigt uns Jokos Modernes Märchen eines: Es gibt eben doch Dinge, die noch größer sind als der Ruhm – wie zum Beispiel unerwartete Wassereinbrüche.