Ah, das Drama aus der Glamourwelt von Hollywood – so glanzvoll, dass es einem fast die Ohren betäubt. Da steht er also, unser alter Bekannter „Mr. Big“, alias Chris Noth, der in Sachen Aufräumarbeiten wohl so motiviert ist wie jemand, der sonntags um 7 Uhr Staub saugt. Was könnte schöner sein als ein öffentliches Social-Media-Faustkämpfchen während der Golden Globe Awards? Die Preisverleihung selbst ist ja sowieso schon der Olymp der Selbstbeweihräucherung. Warum also nicht eine Prise persönlicher Vendetta hinzugeben?
Sarah Jessica Parker, eine Ikone der 90er, wird mit einem Preis geehrt, der impliziert, sie habe alles erreicht, was im Fernsehen zu erreichen ist. Schauen Sie, meine Damen und Herren, das ist die Auszeichnung für ein Lebenswerk, das Konsumenten in zig Ländern Sonntagabende und Popcorn-Abende beschert hat. Und was macht Mr. Noth? Er nimmt die Hanteln in die Hand und schreibt auf Instagram eine knallharte Lobeshymne über das neue Jahr: „Scheiß auf das neue Jahr.“ Ein typischer Neujahrsgruß für all jene, die die Motivationskurve bereits Mitte Januar erreicht haben.
Das wahre Meisterwerk ist jedoch die wortkarge Zustimmung zu einem Kommentar, der diese subtile Botschaft in Richtung Parker schickte. Ein einfaches „Richtig“ – oh, welch literarische Finesse! Es ist fast so, als würde man versuchen, Hamlet auf zwei Sätze herunterzubrechen. In der modernen Welt der Kommunikation, wo ein Emoji mehr ausdrücken kann als der große Gatsby, zeigt uns Noth, dass man auch mit einem einfachen Wort ganze Welten zum Einsturz bringen kann. Oder zumindest ein paar Instagram-Welten.
Man könnte denken, dass der kleine Streit zwischen Parker und ihren ehemaligen Co-Stars fast etwas Shakespearehaftes an sich hat – ein Drama, das zeitlos, voller Missverständnisse und wahrscheinlich ohne ein wirkliches Ende bleibt. Ob sie wohl gemeinsam in einem Raum sitzen und sich über die Authentizität von Designer-Handtaschen streiten? Es scheint fast, als ob sie in ihrem eigenen kleinen „Game of Thrones“ gefangen sind – nur mit weniger Schwertern und mehr Manolo Blahniks.
Die mediale Aufmerksamkeit, die dieser Scharmützel im digitalen Raum bekommt, ist atemberaubend. Da sitzen millionenschwere Stars auf der Couch, starren in den Bildschirm und tippen kryptische Nachrichten, während sie auf das nächste große Social-Media-Erdbeben warten, das ihre Follower-Zahlen in die Höhe schnellen lässt. Ein Drama, so kaleidoskopisch wie die Farben eines Hollywood-Regenbogens, bei dem die goldenen Momente aus Preisen, Anerkennung und ein bisschen zwischenmenschlichem Kriegsgeplänkel bestehen.
Chris Noth selbst ist ein modernes Beispiel für die chaotische Natur des Ruhms. Mal hochgejazzt, mal outgecastet, sieht er jetzt zu, wie er aus seiner ehemaligen Paraderolle gestrichen wird – die methodische Perfektion der Cancel Culture. Dabei bleibt die glamouröse Fassade aufrechterhalten, als wäre er der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen der 2000er Jahre. Ein Wahnsinn, der so organisiert ist wie eine deutsche Schublade voller Tupperware.
Am Ende bleibt uns nur die Frage, ob all dies wirklich nötig war. Vielleicht sind es die kleinen Dinge, die süchtig machen – der Geschmack von Schokolade, der Geruch von Regen, oder eben die schludrige Eleganz eines Instagram-Kommentars, der die Massen elektrisiert. Der wahre Kampf der Giganten, der uns lehrt, dass Drama auch jenseits der Leinwand zum Leben gehört.
Aber keine Sorge, bald wird ein neuer Sturm übers Herz der Boulevardblätter ziehen. Vielleicht mit einer Fortsetzung, vielleicht mit einem Reboot. Oder wie ich’s nenne: Die Sisyphosarbeit der Promi-Kultur. Ein Hoch auf den Alltag der Weltstars, der so glamourös ist wie eine kalte Pizza zum Frühstück.