Ach, Boris Becker. Ein Name, der unausweichlich mit dem Begriff „Grand Slam“ verknüpft ist, obwohl das Wort mittlerweile wohl eher seine kollektive Lebensstrategie beschreibt. Man könnte meinen, Becker hätte eine exklusive Mitgliedschaft im Club der „Public Relations Meister“, die uns einmal mehr daran erinnert, dass das öffentliche Leben nichts weiter als eine Bühne ist, auf der wir alle unsere Rolle spielen—die einen etwas ungeschickter als die anderen.
Nun, hier sind wir also, zum fünften Mal Vater, und das mit der Eleganz eines Tennismatchs bei Flutlicht. Aber anstatt über den Tennisplatz rennt Boris nun auf dem digitalen Spielfeld und zeigt sein neustes „Ass“-machwerk: ein Babyfoto auf Instagram. Man fragt sich, ob seine Social-Media-Strategie dieselben Coachings in Anspruch nimmt wie sein Cross-Court-Volley.
Was für ein sicherer Aufschlag ins Jahr 2026—ach nein, wir sind ja erst 2023! Typischer Boris: immer ein bisschen voraus, selbst wenn es nur in der Zeit ist. Vielleicht ein Seitenhieb auf das Konzept der „Zeit“ als solches. Während wir Normalsterbliche die Tage bis zur nächsten Gehaltserhöhung zählen, zählt Boris die Jahre, bis er genug Kinder hat, um ein eigenes Tennis-Doppeltunier auszurichten.
Und dann dieses übertrieben idylle Familienleben! Becker strahlt mit einem Lächeln, das selbst einen Wimbledon-Rasen glattbügeln könnte. Neben ihm die Frau, die die Last der Familie trägt, und im Hintergrund Dubai, die Stadt, die aussieht wie der wilde Traum eines Architekten auf Koffein. Überall Symbolik: Höhepunkte und glitzernde Fassaden. Ach, Dubai, die perfekte Metapher für das moderne Märchen, das wir so gerne für wahr halten.
Manch einer könnte meinen, Beckers ständige Flucht an fernöstliche Strände sei eine Ablenkung von weniger glamourösen Abenteuern der Vergangenheit. Die schillernden Wolkenkratzer Dubais spiegeln wohl nicht ganz zufällig die schwindelerregenden Höhen wider, die auch die Talfahrten seiner Karriere begleiteten. Aber lasst uns das doch einfach ignorieren und weiter genüsslich in der Sonne liegen.
Was bleibt wirklich zu sagen über dieses liebevolle Familienschauspiel, das in postmodernen Bilderrahmen konserviert und in soziale Medien hineingeboren wird, als wäre es das Evangelium der guten Laune? Die Tragik, oder vielmehr die Ironie, liegt darin, dass diese perfekt inszenierten Momente ironischerweise keine Aufschläge, sondern bloß Schmetterbälle zwischen den digital gespannten Netzen unserer Aufmerksamkeit darstellen.
Inmitten all dieser Bilder bleibt uns ein weiteres Wunder: Wie schafft es Lilians Uroma im stolzen Alter, die Dubai-Hitze fast unbeeindruckt zu überstehen, während sie den Kinderwagen schiebt, der bald mehr Instagram-Auftritte haben wird als die meisten von uns in einem ganzen Leben? Ein wahres Mysterium für das Guinness-Buch der Rekorde, irgendwo zwischen der längsten fingernagellosen Maniküre der Welt und dem schwersten Kürbis.
Am Ende bleibt uns die Frage: Was genau feiern wir hier? Die Geburt eines Kindes? Die unendliche Geschichte eines Mannes, der sich hartnäckig weigert, aus dem Rampenlicht zu taumeln? Vielleicht ist es ja beides—eine raffiniert gemischte Doppelmoral, serviert mit lächelndem Antlitz. Aber lasst uns nicht zu hart urteilen. Immerhin gibt es Schlimmeres im Leben als Boris Becker, der ein weiteres Kapitel seines ebenso verworrenen wie faszinierenden Lebenstennismatches aufschlägt.
In diesem Sinne: Lass den Burj Al Arab unser „Netz“ sein, Boris, und mach‘ dir keinen Kopf, ob der Ball drüber geht. Erinnern Sie sich: Im Spiel des Lebens gewinnt am Ende immer der, der es am meisten genießt, auf dem Platz zu stehen—und nicht unbedingt der, der am meisten Punkte macht.
