Ach, die Love Story aus dem Berliner Hochglanz-Bilderbuch: Der Graf traut sich! Ja, Patrick Graf von Faber-Castell, seines Zeichens der Bleistift-Philosoph mit einem Hang zu Instagram-Schnappschüssen, hat die Millionärstochter Sandra-Sophie Trauboth über das Society-Parkett geschoben wie ein federndes Schreibwerkzeug über butterweiches Papier. Ein Fest der schönen Bilder und Patchwork-Idyllen, das uns den Glauben an den adelswirtschaftlichen Kreislauf wunderbar frisch malt.
Man fragt sich doch: Wenn Graf und Millionärstochter sich vereinen, schreibt dann der Bleistift pfeilgerade weiter, oder bricht er vorher ab? Doch keine Sorge, hier stößt der Verbraucher auf eine voneinander unabhängige Ritzgarantie – da hat der simple Kugelschreiber keine Chance. Fast wie ein Königsweg, auf Porzellanoberfläche appliziert, extra für Schlittenhundrennen auf Usedom. Der Hund im Sommerpelz würde klatschen, wäre er auf zwei Beinen und nicht bereits das Dekor auf der Tasse.
Beachtlich auch das Timing: während wir alle dachten, die Liebe sei etwas, das man in Ruhe und Abgeschiedenheit heranreifen lässt – ha, weit gefehlt! Die Saison der Charity-Events und die Gala der Gefühlvollen gibt den Rahmen, und die Seehunde auf Usedom klatschen höflich Beifall. Natürlich im Einklang mit den Wogen der Ostsee, die den Takt zum Ritt des Adels am KPM-Stiftungsfest gibt. Herrlich, wenn Kultur und Natur so ineinandergreifen!
Und zu den frisch Vermählten gesellt sich die stolze Patchwork-Entourage: Kinder aus früheren Lieben kommentieren als Instagrammatiker von Rang und Namen. Bei Patchwork denkt man oft an das Flickwerk einer tragischen Geschichte, hier jedoch ist jeder Faden aus reiner Seide gesponnen. Ein Family-Raclette der besonderen Art, aus dem die Erwärmung des Instagram-Herzens strömt. Heißer als ein Tanz auf dem Vulkan.
Doch halt, liebe Zuschauer, bevor Sie jetzt das Drehbuch für Ihre eigene Seifenoper schreiben: Bedenken Sie, dass auch ein Füllfederhalter leer laufen kann. Wer sonst freie Farbwahl besitzt, tanzt hier im gleichen Tintenfass Walzer mit Götterfreuden! Einem Füller ist die Füllung wichtig, auch wenn das emotional klingelt wie eine PR-Glocke zur Saison der Medientrompeten.
Kaiserlich, dieses Geflecht aus Beziehungen, die nahtlos beim Standesamt ihre Fortsetzung finden. Während ein klingelnder Telefonhörer den neuesten Klatsch eröffnet, krönt die Braut mit Baderoben-Charme das frisch gebadete Eheglück: Lieber still und genießend, verkündet der Graf. In etwa so geheimnisvoll, als ob man auf offener Bühne so tut, als habe man den Text vergessen – nur um dann zu flüstern, dass Worte ohnehin überbewertet werden.
Ja, wer das Leben des High Society-Romans genießen will, muss keine Buchstaben zu seinem Besten verschenken. Könige schweigen über Flitterwochen, denn was der Tannenzapfen im Dressursport über Bleistifte weiß, erfährt niemals das gemeine Volk.
Bleibt nur noch die Frage: Was folgt auf eine Hochzeit, die sich zwischen KPM-Porzellan und Instagram-Posts bewegt? Vielleicht der Drang, die Global Player im Bio-Landbau zu übertrumpfen – natürlich ganz unauffällig im neuen Partnerlook aus feinster Handarbeit. Bis zum nächsten Kapitel der Saga, fährt die heftig klatschende Gesellschaft im Geiste der lesbaren Buchstaben fort: Segen oder Styropor, das ist hier die Frage.