Ach, Julio Iglesias. Ein Name, der klingt wie ein lauer Sommerwind, der durch eine Reihe von Almaden-Weingläsern streicht, während irgendwo im Hintergrund eine spanische Gitarre sanfte Akkorde schlägt. Doch halt! Stopp! Bremsen Sie Ihre mentalen Kastagnetten an diesem Punkt, denn der Mann hat angeblich auf einer ganz anderen Klaviatur gespielt – und das leider nicht im positiven Sinne. Zwei Frauen erheben schwere Vorwürfe gegen den charmanten Schnulzenschmied, der jahrzehntelang mit feuchten Liebesliedern und ebenso feuchten Fans seine Brötchen verdiente. Es wird sogar gemunkelt, dass Julio auf seinen Konzerten mehr Blumen regnen ließ als ein Trauermarsch auf dem Rosemount Cemetery. Doch wie so oft im Showgeschäft: Hinter dem Vorhang verbirgt sich manchmal nicht nur ein Künstler, sondern auch ein tragisches Drama aus Machtmissbrauch und Enttäuschung.
Kommen wir zur ersten satirischen Beobachtung: Warum scheinen so viele Männer in der Machoposen-Szene mehr Symbole der männlichen Dominanz zu sammeln als ein Pokémon-Trainer an einem Samstagmittag? Ist es das Ego, das größer ist als ihre CD-Sammlung, oder die uralte Vorstellung, dass Machtmissbrauch die neuesten High Heels im Business-Sortiment sind? Vielleicht sollte man sie mal mit einer neuen Power-Ballade darüber konfrontieren, wie man Frauen tatsächlich behandelt – Spoiler: Nicht wie Requisiten in irgendeinem Pariser Varieté der 1920er-Jahre.
Natürlich wären wir nicht im 21. Jahrhundert, wenn wir nicht auch über die Medien sprechen würden, die diesen Skandal mit der leichtfüßigen Eleganz eines panischen Sturmschadens berichten. Die Vermeldung solcher Vorwürfe ist dabei grundsätzlich korrekt und notwendig. Doch wie bestreicht man das mediale Butterbrot? Mit einer Streiteinleitung wie bei einem Boxkampf: „In der linken Ecke, beschuldigt der unsexy Skandale, Julio! Und in der rechten Ecke, die Anwälte der Damen, mit satten Schlagzeilen und bitterer Enttäuschung bewaffnet!“ Könnten wir vielleicht, nur vielleicht, ein bisschen weniger Voyeurismus und mehr Respekt einstreuen? Aber oh weh, das ist wohl schon zu viel verlangt.
Willkommen in der Realität der Prominenten, wo das Unschuldsvermutung-Instrument mit seidenen Handschuhen behandelt wird, solange es nicht den Geltungsbereich der Titelseite ausfranst. Natürlich sind dies nur Anschuldigungen und keine Verurteilungen, aber in der staubigen Arena der digitalen Empörung gibt es keine Richter, nur Gekreisch. Apropos digitale Empörung: Wer steuert eigentlich unsere Handdarstellungen auf Twitter? Manchmal frage ich mich, ob wir vor dem Absenden eines empörten Tweets eine digitale Sturzhelmaufbewahrungskammer durchlaufen. „Tippen Sie null für absolute Empörung oder eins für zurückhaltende Skepsis.“
Ein weiteres Kuriosum: Beachten Sie, wie relevante Berichte über Menschenhandel, der beispielsweise in den Vorwürfen als mögliches Ergebnis erwähnt wird, in der Nachrichtenüberschrift in ihrer Kürze so enthusiastisch klingen wie ein Batman-Versatzstück? Da wird aus einem ernsthaften Thema im Nu eine Buchunterbrechung, um Platz für die nächste Klick-Attrappe zu machen.
Und zu guter Letzt, ein Gedanke, bevor wir uns diesem illustren Wortschwall entziehen: Glauben wir wirklich, dass der moderne Julio immer noch mit dem Wissenspomp auftritt, den er angeblich hatte? Die Antwort bleibt spannend – und vor allem kreativ auslegbar. Bevor unsere Gedanken mäandern wie ein wild gewordener Stier beim Stierlauf von Pamplona, lassen Sie uns das Gemisch aus Sensationen und bedächtigem Warten aufs Urteil klarstellen: Julio Iglesias – ein Meister der galanten Poesie oder Tragödienvogel im Kuckucksnest?
Jetzt ist es an der Zeit, sprichwörtlich aufzuräumen. Lassen Sie die Lämpchen für die Rückkehr ins Rampenlicht stehen und die Tränen danach – seine Konzerte hatten schon vorher Standing Ovations.